Religion der Frauen

5 Apr

Diese Serie der Urmütter liegt mir sehr am Herzen. Sie führt mich in Bereiche meines Unterbewußten und meiner Zellerinnerungen, die mir ein Gesamtbild des Lebens und der Entwicklung der Menschheit geben in dem ich mich als Frau geborgen fühle.

Um so mehr freut es mich, dass folgender Artikel und die Bilder der Urmütter (s. http://www.belindadikeck.com) veröffentlicht wurde in:

CONNECTION – SCHAMANISMUS Nr. 10

„Töchter der Göttin

Annähernd 200 weiblichen Figurinen wurden in den letzten 100 Jahren in Mittel- und Osteuropa gefunden. Sie zeugen davon, dass Menschen das Weibliche in Gestalt einer Urmutter oder Göttin ehrten und achteten. Es ist nahe-liegend, dass sie sich Hilfe von IHR erhofften oder dankbar waren für erhörte Gebete, gute Ernte, erfolgreiche Jagd, gesunde Kinder oder einen milden Winter.

Dieser Urmutter oder Göttin wurde eine Ehre zuteil, die sich auf die Frauen und deren Ansehen übertrug. Das heilige Mysterium des Blutes, die Fruchtbarkeit und die Bewahrung des Lebens wurde von den Töchtern der Göttin geschützt.

Weit hat sich die Gesellschaft von dieser Harmonie mit dem Weiblichen entfernt!

Offensichtlich ist, dass heute weltweit der Frau nicht derselbe Wert zugestanden wird wie dem Mann, was in vielen Kulturkreisen schon bei der Geburt beginnt. Da in patriarchalen Systemen die Erbfolge oft noch über den erst-geborenen Sohn abläuft, haben die Mädchen einen geringeren Stellenwert. Durch die Haltung der Gesellschaft werden ihnen Steine in den Weg gelegt, die sie überwinden müssen, bis sie sich in Freiheit entfalten können oder konnten. In Indien und anderen Ländern werden immer noch weibliche Babys getötet.

Die Ungerechtigkeiten, denen Frauen sich ausgesetzt sehen sind massiv. Die mannigfaltigen Verstümmlungen physischer und psychischer Art lassen die Seelen der Frauen zum Himmel und zur Erde schreien. Dieser Zustand ist der Menschheit unwürdig. Um wirklich Frieden auf diesem Planeten zu materialisieren, müssen den Frauen und den Männern von Grund auf und umfassend dieselbe Achtung entgegengebracht werden.

Wie erreichen wir dies, wenn in institutionellen und religiösen Gesetzbüchern kein gleichwertiges Miteinander gelehrt oder durchgesetzt wird?

Viele Frauen sind unglücklich und unzufrieden mit den Angeboten, die ihnen der Staat, die Kirche oder andere Religionsgemeinschaften in Bezug auf Selbsterkenntnis, Selbstfindung und Selbstverwirklichung bieten. Können die männlichen Würdenträger und Staats- oder Kirchenoberhäupter uns Frauen wirklich einen Weg weisen zu unserem inneren Empfinden, unserem Wissen und zu unserer Intuition? Wo finden wir die weiblichen Vorbilder, die unabhängig von patriarchalen Werten lebten und leben.

Betrachte ich die Geschichte, sehe ich wie weit wir im allgemeinen Wertesystem gefallen sind. Von Töchtern der Göttin bis zu unerwünscht, schuldbeladenen und nicht lebenswerten Geschöpfen.

Über 2000 Jahre lang leben Milliarden von Menschen mit der Erbsünde, die Adam und Eva über die biblische Welt gebracht haben. Eva die große Verführerin, verhielt sich dem männlichen Gott gegenüber auch nicht gehorsamer als ihre Vorgängerin Lilith dem Gott Jahwe. Beide wurden von göttlicher Hand bestraft.

Wie können sich unter dieser Last freie und liebende Menschen entwickeln? Beziehungsweise wie lange wollen wir Frauen uns mit dieser uns auf- und angelasteten Schuld abfinden und mit ihr leben? Wie können wir diese unfreiwillig Bürde abwerfen und uns aufrichten zu unserer wahren Größe?

Immer wieder beschäftigte mich die Frage: Warum die Religionen der patriarchalen Strukturen sich auf eine heilige Schrift berufen. Ein Buch, diktiert von einem Gott, übervoll mit Gesetzen und Strafen. Und warum hat SIE, die Göttin, kein Buch diktiert?

Die Antwort liegt auf der Hand, SIE braucht kein Buch! Sie spricht direkt zu uns und lebt in jeder Frau.

Hier liegt schon der tief-greifende Unterschied zwischen Gott und Göttin.

Ein biblischer Gott, der zu seinem Volk spricht: 1 Mose, 1:28 „Macht euch die Erde untertan“ oder wie der Gott im Koran: Sure 2, Vers 224 „… eure Frauen sind Euch ein Acker, so naht eurem Acker wann und wie ihr wollt….“ nicht kennt, denn ER redet von Macht, von Unterdrückung, von Gehorsam. ER spricht nicht von Gleichberechtigung. Um diesen Gehorsam zu erzwingen braucht ER Regeln, Drohungen und Strafen, deshalb braucht ER ein Buch.

Die Göttin in ihrem schöpferischen Aspekt lebt vor. Sie lebt vor im natürlichen Lauf von Geburt-Leben-Tod; Saat-Wachstum-Ernte; die junge Frau, die reife Frau und die Alte. Sie ist zyklisch und deshalb uns Frauen so nah.

Das Anerkennen dieser Kreisläufe beinhaltet Pflege, Achtsamkeit, Achtung, Empfindsamkeit, Wahrnehmung und Respekt vor allem Leben und Nachhaltigkeit. Und bedeutet die Verantwortung für die kommenden Generationen zu übernehmen

Nach so vielen Tausenden von Jahren der Unterdrückung alles Weiblichen brauchen wir die Göttin um so mehr.

Sie zeigt uns den Weg zur Selbstachtung und zum segensreichen Miteinander.

Die Göttin hilft uns dabei, unserer Wahrnehmung zu vertrauen, wie seltsam sie auch erscheinen mag. Sie lehrt und bittet uns darum, unsere Träume und Utopien, unsere Wünsche und Vorstellungen miteinander zu teilen und uns gegenseitig dabei zu helfen, sie zu verwirklichen.

Durch die Kommunikation unserer Wünsche und Vorstellungen bekommen wir ein neues Selbstbewusstsein. Ein Bewusstsein über uns: „Wer bin ich in Wirklichkeit.“

Durch dieses Selbstbewusstsein lernen wir auch Verantwortung für unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Taten zu übernehmen.

SIE führt uns auch wieder in unsere Selbstliebe. Dazu gehört auch Achtung und Liebe für unseren Körper zu empfinden. Das Anerkennen unseres zyklischen Körperrhythmus lässt uns auch gelassener das Auf und Ab des Lebens betrachten.

Dieses allen Frauen gemeinsame Zyklische verbindet uns über die Kulturen und Religionen hinweg. Diese Gemeinsamkeit vertieft und weitet die Nähe zwischen Mutter und Tochter und das Erbe unserer Mütter und das, der Mütter unserer Mütter …. lebt in uns weiter.

Durch dieses Erbe hören wir die Stimme unserer Großen Mutter, die Stimme der Göttin.

Und die Göttin ruft: Sie ruft ihre Töchter auf, frei zu leben und die weibliche Urkraft in der Welt zu verankern und zu materialisieren.

Auch heute noch werden immer wieder neue Göttinenfiguren gefunden und innern uns an SIE. Innern uns daran, Töchter einer großen Mutter zu sein. Innern uns an die Zeit der Verehrung allen Lebens in Form einer gebärfreudigen, fruchtbaren, nährenden Frau-Mutter-Göttin.

Obwohl keine Gebete, Schriften, Rituale schriftlich überliefert sind, klingt und schwingt in vielen Frauen heute noch IHRE Stimme und der Klang der alten Gesänge.“

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